Arterien und Venen – Der lange Weg des Blutes durch den Körper

Unter den Begriffen „Arterie“ und „Vene“ kann sich im Allgemeinen fast jeder Mensch etwas vorstellen. Sie erstrecken sich durch den gesamten Körper und bilden die Grundlage unserer gesamten, lebenswichtigen Blutzirkulation. Was aber genau sind nun die Funktionen dieser beiden „Versorgungsleitungen“, wo liegen die Unterschiede und was passiert, wenn eine Arterie bzw. eine Vene verletzt wird?

Arterien und Venen rund um das Herz

Arterien – Vom Herzen in den Kreislauf

Als Arterien (umgangssprachlich auch „Schlagader“ genannt) werden alle Blutgefäße bezeichnet, die vom Herzen ausgehend das Blut in den Körper leiten. Arterien sind für den Transport von sauerstoffreichem Blut sowie von Nährstoffen verantwortlich. Diese werden dem Blutfluss durch die sog. Diffusion (Vermischung von in Bewegung stehenden Stoffen) entnommen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel: nicht alle Arterien transportieren sauerstoffreiches Blut. Im Lungenkreislauf, also dem Zyklus vom Herzen zur Lunge und zurück zum Herzen, befinden sich Arterien, die sauerstoffarmes Blut transportieren.

Das sauerstoffreiche Blut stammt aus der linken Herzkammer und wird zunächst durch die wohl bekannteste Arterie, die Aorta, vom Herzen weggeführt. Die Aorta (auch „Hauptschlagader) ist das zentrale Gefäß der Blutzirkulation – sowohl im menschlichen als auch im tierischen Organismus. Bei einem gesunden Menschen weist sie im Normalfall bereits einen Durchmesser von ca. 2 cm auf. Die unten stehende Abbildung verdeutlicht den Verlauf der Aorta und der Arterien (jeweils rot).

Arterielle Blutung – Ursachen und Symptome

Wie der Name schon sagt, wird eine arterielle Blutung durch eine verletzte Arterie verursacht. In der Regel gehen einer solchen Blutung schwere Gefäßverletzungen voraus, beispielsweise Schnitt- oder Schussverletzungen. Aber auch andere Formen von Gewalteinwirkungen wie z.B. Frakturen bzw. Knochenbrüche können indirekt für arterielle Blutungen verantwortlich sein.

Verletzte Arterien können schwere bis lebensgefährliche Blutungen hervorrufen. Das Blut ist normalerweise hellrot und drückt sich synchron zum Pulsschlag des Verletzten aus der Wunde.  Dies ist häufig mit einem hohen Blutverlust und dadurch ggf. auch mit einem hämorrhargischen Schock verbunden. Zudem treten in der Regel großflächige Hämatome (Blutergüsse) auf.

Venen – Der Weg zurück ins Herz

Als Venen werden all jene Blutgefäße bezeichnet, die das im Körper befindliche Blut zum Herzen hinführen. Anders als in den Arterien wird in den Venen vor allem sauerstoffarmes Blut transportiert (auch venöses Blut genannt). Eine Ausnahme bildet auch hier wiederum die Zirkulation in der Lunge. Hier wird sauerreiches Blut weitergeleitet.

Im Allgemeinen sind Venen ein Teil des sog. Niederdrucksystems, welches wiederum Bestandteil des kardiovaskulären Gesamtsystems unseres Körpers ist. Im Gegensatz zum Hochdrucksystem, welchem die Arterien angehören, dient das Niederdrucksystem als Blutspeicher des Körpers. Wie Abbildung von Arterien und Venen im Körperin der Abbildung zu erkennen, verläuft der Großteil der Venen (blau) parallel zu den Arterien (rot). Je nach Versorgungs-gebiet finden sich jedoch auch einige Ausnahmen, vor allem in den Hirn- und Hautvenen.

Die ärztliche Zufuhr von Medikamenten oder Flüssigkeiten (Infusionen) findet übrigens genau wie die Blutabnahme über die Venen statt, da sich diese ideal für solch diagnostische bzw. kurative Zwecke eignen. Das korrekte Einstechen in die Vene (Venenpunktion) zählt somit zu den grundlegenden Techniken von Ärzten und Medizinern.

Venöse Blutung – Ursachen und Symptome


Genau wie arterielle Blutungen werden venöse Blutungen durch schwerwiegende Gefäßverletzungen verursacht (Stichwunden, Schnittverletzungen, etc.). Die eigentliche Verletzungs- bzw. Blutungsgefahr ist dabei deutlich höher als bei den Arterien, da Venen häufig unmittelbar unterhalb der Haut (im sog. Subkutangewebe) verlaufen und somit von äußeren Gewalteinwirkungen am schnellsten betroffen sind.

Eine venöse Blutung zeichnet sich generell durch dunkelrotes Blut und ein einen eher konstanten Blutaustritt aus, da der körpereigene Puls in der Regel keinen unmittelbaren Einfluss auf die Quelle der Blutung ausübt. Aus diesem Grund ist der Blutverlust normalerweise deutlich geringer als bei einer arteriellen Blutung. Da es im Gegensatz zu einer arteriellen Verletzung jedoch nicht zu einer Kontraktion, also einem Zusammenziehen der Gefäßenden kommt, sind auch venöse Blutungen nicht zu unterschätzen und hämorrhagische Schocks somit nicht gänzlich auszuschließen.

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