Krankenhäuser in Deutschland – Zahlen & Fakten

Statistisch gesehen muss etwa jeder fünfte Bundesbürger einmal pro Jahr einen Krankenhausaufenthalt einplanen. Ambulante Notfälle zählen dabei zu den häufigsten Gründen, gefolgt von geplanten, operativen Eingriffen. Eine Reihe an weiteren, interessanten Zahlen rund um die deutschen Krankenhäuser haben wir in der folgenden Infografik für euch zusammengestellt:

Krankenhäuser in Deutschland

Im Jahr 2015 gab es in Deutschland knapp 2000 Krankenhäuser mit insgesamt ca. einer halben Million Betten. Die absolute Zahl ist dabei seit Anfang der 2000er Jahre leicht rückläufig. Kostenbedingte Schließungen und Zusammenlegungen einzelner Häuser zählen zu den genannten Gründen. Tatsächlich gibt es in Deutschland nach wie vor eine Vielzahl kleiner, unabhängiger Krankenhäuser mit einer Kapazität von unter 50 Betten. Mit insgesamt ca. 430 solcher Einrichtungen stehen sie hinsichtlich der Aufnahmefähigkeit an erster Stelle.

Krankenhäuser fusionieren?

Einige Forscher sehen hierin schon seit längerem ein Problem. Begründet auf die oben genannten Zahlen ergibt sich ihre Forderung, die Anzahl der Krankenhäuser in Deutschland gravierend zu reduzieren und durch entsprechende Zusammenlegungen eine deutliche Verbesserung Versorgungsstruktur zu schaffen. Nach Meinung der Experten sollte eine Vielzahl „schlecht ausgestatteter“ Einrichtungen auf bis zu 330 große Häuser fusioniert werden und somit dem Vorbild unserer Nachbarn in Dänemark folgen.

Ob ein solches Vorhaben dem tatsächlichen Bedarf an medizinischer Infrastruktur in Deutschland gerecht würde, ist fraglich. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft steht einem solchen Ansatz sehr kritisch gegenüber und betont, dass er die Versorgungswirklichkeit in unserem Land in keiner Weise berücksichtige. Dies wird auch durch eine bundesweite Forsa-Umfrage unterstrichen, wonach sich die Mehrheit der Deutschen ein möglichst umfassendes Versorgungsnetzwerk wünschte. Ein Krankenhaus in der Nähe des eigenen Wohnortes spielt demnach für 96% aller Befragten eine wichtige Rolle. Der von der Bertelsmann Stiftung entwickelte Patients‘ Experience Questionnaire, also ein Fragebogen zu Analyse von Patientenerfahrungen, zeigt zudem, dass mehr als 80% der Deutschen das eigene Krankenhaus weiterempfehlen würden.

Welche Gelder fließen wohin?

Derzeit sind mehr als ein Viertel aller Gesundheitsausgaben in Deutschland den Krankenhäusern vorbehalten, damit bilden sie den größten Kostenblock gefolgt von Arztpraxen und Apotheken. Innerhalb der Krankenhäuser stehen die Personalausgaben an vorderster Stelle. Laut statistischem Bundesamt kommen auf einen Arzt in Deutschland übrigens vier bis fünf Personen nicht-ärztliches Personal. Dass sich die Versorgungsqualität insgesamt gesteigert hat, zeigen u.a. die langfristigen Zahlen in Bezug auf die durchschnittliche Verweildauer von Patienten in Krankenhäusern. Während im Jahr 1992 noch knapp zwei Wochen zwischen Einweisung und Entlassung vergingen, waren es 2015 gerade einmal etwas mehr als sieben Tage.

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