Gefahrenmanagement im Motorsport – Sicherheit vom Auto bis zum Zuschauer

Geht man nach dem Interesse der deutschen Bevölkerung, so liegt einer aktuellen Umfrage zufolge der Automobilrennsport in den Top 4 der beliebtesten Sportarten – noch deutlich vor Handball, Basketball oder Tennis (IfD Allensbach, 2016). Dass sowohl Zuschauer als auch Rennfahrer heute mit einem guten Gefühl von Sicherheit und Vertrauen am Motorsport teilhaben können, liegt in erster Linie an der stetigen Verbesserung von Sicherheitskonzepten, welche auf Deutschen Rennstrecken ihre Anwendung finden.

Sicherheit im MotorsportEiner der wichtigsten Treiber dieser Umsetzungen sind die deutschen und internationalen Motorsportverbände. Hierzu zählen neben den hierzulande bekannten Vereinen wie ADAC oder AvD, dem Automobilclub von Deutschland, auch die weltweit größte Motorsportbehörde FIA (Fédération Internationale de l’Automobile). Die Aufgaben der Verbände sind je nach Größe und Zuständigkeit sehr unterschiedlich. Neben der Erarbeitung von technischen Reglements, der Nachwuchsarbeit sowie der Vergabe von Lizenzen liegt ein besonderes Augenmerk jedoch stets auf dem sehr umfassenden Feld der Sicherheitsbelange rund um den Motorsport. Dabei wird sowohl auf die Sicherheit der eigentlichen Akteure auf der Strecke als auch auf die Sicherheit der Zuschauer sowie den sicheren Zustand des jeweiligen Kurses geachtet.

Zu den wichtigsten Protagonisten einer Rennstrecke gehört zweifellos das Sicherheitspersonal rund um den Kurs. Die häufig von den Verbänden gestellten, sogenannten Sicherheitsstaffeln sind heute auf Motorsportevents rund um den Globus im Einsatz. Zu den Hauptaufgaben der Verantwortlichen zählt in erster Linie die Bergung bzw. die Rettung von verunfallten Rennfahrern aus ihren Fahrzeugen. Verschiedene Fahrzeugtypen kommen dabei je nach Einsatzart zum Zug und sind stets mit einer entsprechenden Anzahl von Helfern besetzt. Diese müssen im Übrigen zunächst eine umfangreiche Ausbildung inkl. diverser Lizenzen und Lehrgänge absolvieren, bevor eine Aufnahme in die Reihen des jeweiligen Personals ermöglicht wird.

Fachkundige Prüfung von Rennstrecken

Genauso relevant wie eine schnelle Erstversorgung von verunglückten Piloten ist der eigentliche Zustand des jeweiligen Kurses. Hierfür werden eigene Zertifizierungen sowie Lizenzierungen für Rennstrecken vergeben, die dauerhaft als solche in Betrieb sind. Sogenannte „nicht-permanente Rennstrecken“, wie z.B. Straßenkurse oder Flugfelder, werden hingegen mittels individueller Protokolle abgenommen.

Darüber hinaus kommen für viele Rennevents eine Reihe speziell geschulter Kommissare zum Einsatz, die in Übereinstimmung mit den Vorgaben des Dachverbandes FIA sämtliche sicherheitsrelevanten Aspekte eine Rennstrecke im Rahmen einer Streckenbesichtigung überprüfen. Der Automobilrennsport sieht dabei u.a. eine definierte Abfolge sogenannter Schutzlinien vor, welche zur Sicherheit aller an der Stecke befindlichen
Personen installiert sein müssen. So muss das Ende der jeweiligen Auslaufzonen zunächst mit entsprechenden Dreifach-Leitplanken bzw. Mauern gesichert sein, bevor ein spezieller FIA-Zaun sowie ein separates Rückhaltesystem für Zuschauer als zweite und dritte Schutzlinie fungieren (speziell angepasste Richtlinien gelten wiederum für den Motorradsport).

Sicherheit im Motorsport beim VorstartÜberdies sind weitere medizinische Standards definiert, welche u.a. sich auf die Ausrüstung des obligatorischen Medical Centers sowie der Rettungsstraßen rund um die Strecke beziehen.

Schutz für Zuschauer und Fans

Da sich der Großteil der motorsportbegeisterten Menschen naturgemäß eher als Zuschauer denn als Fahrer an einer Rennstrecke aufhält, gilt der Sicherheit von Fans und Schaulustigen natürlich oberste Priorität. Neben den bereits oben genannten, standardisierten Vorschriften im Bereich der Streckensicherheit gelten daher strikte Richtlinien in Hinblick auf Tribünen und weitere, ausgewiesene Zuschauerzonen. Dazu zählen neben den Zuschauerrängen rund um die Strecke auch Bereich wie das Fahrerlager und die Boxengasse. Hier gilt entweder ein komplettes Verbot für Zuschauer (v.a. während des Rennbetriebes) oder aber eingeschränkte Aufenthaltsbereiche während potentiell gefährlicher Arbeiten wie Startübungen oder Nachtanken.

Für alle, die mehr  über die Motosportbehörde FIA und deren Aufgaben herausfinden wollen, gibt es umfangreiche Informationen auf der Homepage.

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