Kinder und ihre Unfälle – Richtige Reaktionen im Alltag

Fahrrad Unfall Kind

Wer hat es noch nicht erlebt… Ob als Elternteil, als Angehöriger oder eben nur als Passant auf der Straße. Unfälle mit Kindern rufen bei uns besondere Emotionen vor, weil uns die Hilflosigkeit des Kindes schlagartig bewusst wird und wir gerade in dieser Situation besonders sorgsam vorgehen wollen.

Egal ob im Haushalt oder in der Freizeit, ob selbst verschuldet oder unverschuldet. Die Gefahr lauert überall und ist nicht allzu oft der Unerfahrenheit unserer Liebsten geschuldet. Gerade deshalb sind Kinder darauf angewiesen, dass Erwachsene mit ihrer Erfahrung und Weitsicht die eingetretene Situation meistern, weshalb sie den Helfenden auch sehr viel Vertrauen entgegenbringen.

Die Unfälle und Verletzungen können vielfältig sein. Das Wichtigste ist Ruhe zu bewahren und Sicherheit zu vermitteln. Ist ein Kind ansprechbar, so sollte es beruhigt werden und durch den Helfenden miteinbezogen werden. Ist das Kind bewusstlos muss es in eine stabile Seitenlage gebracht werden. Wie diese aussieht und aus welchen Schritten sie besteht, lässt sich auf der Seite des Deutschen Roten Kreuzes nachlesen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Besteht der Verdacht auf Rückenverletzungen, sind Bewegungen des Kindes in jedem Fall zu vermeiden!

Was sollte bei einem Unfall beachtet werden?

Kind spielt mit Hammer

Besonders wichtig ist es, den Puls und die Atmung zu prüfen. Ist kein Puls fühlbar, sind unmittelbar Wiederbelebungsmaßnahmen zu ergreifen. Bei Atemstillstand sollte regelmäßig im Abstand von ca. 2 Sekunden geringe Mengen Luft eingeblasen werden. Dass in solchen Situationen der Rettungsdienst längst verständigt sein sollte, versteht sich von selbst.

Nicht selten sind Unfälle mit mehr oder weniger starken Blutungen verbunden. Blutverlust kann bei Kindern früher als bei Erwachsenen zu Schockzuständen führen. Erkennbar ist dies durch Kälte, schweißige Haut, bläuliche Hände und Füße oder aber auch durch eine gewisse Teilnahmslosigkeit des Kindes. Ein Schock ist eine schwere Kreislaufstörung und  kann lebensbedrohlich werden, weil diverse lebenswichtige Organe vom Körper bevorzugt durchblutet werden, während andere Organe weniger versorgt werden. Es kommt zu einer Ansäuerung des Blutes, weil sogenannte Stoffwechselendprodukte im Körper verbleiben und nicht abtransportiert werden. Daher ist es wichtig, Blutungen nach einem Unfall sofort zu stoppen sei es durch Pflaster, Verband oder aber auch durch Kompressionen. Bei starken Blutungen sollte auf ein blutstillendes Mittel zurückgegriffen werden, das einen sicheren Wundverschluss gewährleistet und keine unerwünschten Nebeneffekte mit sich bringt. Daher sollte die Hausapotheke oder der Verbandskasten danach geprüft werden, ob derartige Mittel vorhanden sind.

Verbrennungen beim Kind richtig behandeln

Erste Hilfe Equipment bei UnfällenEine weitere Verletzungsgefahr besteht gerade für Kinder oftmals durch Verbrennungen oder Verbrühungen. Unsere Haut ist das größte Organ unseres Körpers und ist sehr empfindlich. Man gliedert die Oberflächen in Bereiche wie Kopf (14%) Arme (18%) Rücken und Oberkörper (36%) und Beine (32%). Bei Verbrühungen sollten Kleider sofort entfernt werden, während bei Verbrennungen diese nur ausgezogen werden sollten, wenn diese nicht anhaften. Eine sogenannte Metalline (Brandtuch) sollte ebenso Bestandteil jeder Hausapotheke sein. „Hausmittel“ wie Salben, Öle, oder Desinfektionsmittel im Fall von Verbrennungen bzw. Verbrühungen dann übrigens überflüssig und sollten nur nach vorheriger Rücksprache mit dem Arzt bereitgehalten werden. Stärkebasierte Mittel wie Polysaccharidpulver weisen ebenfalls eine sehr gute Wirkung bei Verbrennungen auf. Die Gefahr, bei Verbrennungen einen Schock zu erleiden ist besonders für Kinder allgegenwärtig und unbedingt zu vermeiden.

Es ist grundsätzlich sinnvoll, seine Kenntnisse in Erster Hilfe von Zeit zurzeit zu aktualisieren, zumal der letzte Erste Hilfe Kurs bei vielen Menschen mit Sicherheit schon eine lange Zeit zurückliegt. Die medizinischen Hilfsmittel werden immer besser und sind auch für den Laien ohne Furcht einer Fehlbehandlung verwendbar. Auch wenn die Zahl der gemeldeten Unfälle mit bzw. durch Kinder in den letzten Jahren insgesamt eher stagnierte, ereignen sich alleine im Straßenverkehr seit 2009 durchschnittlich immer noch ca. 30.000 Unfälle pro Jahr, in die unsere jüngsten Mitbürger verwickelt sind. Dabei gezielte Hilfe leisten zu können, ist ein beruhigendes Gefühl. Besonders Kinder sollten ihr Vertrauen in unsere Erste Hilfe Kenntnisse weiterhin behalten dürfen.

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