Sicherheit auf See – Häufige Krankheiten & Erste Hilfe

Einen Segeltörn mit Freunden oder einen Tag auf See mit dem eigenen Boot verbinden viele Menschen mit einen guten Portion Erholung und Entspannung vom Alltag. In den allermeisten Fällen trifft dies auch zu. Dennoch sind sowohl das offene Meer als auch viele Seen Teil eines oftmals unberechenbaren Elements, das schon für so manchen Notfall gesorgt hat. Daher sollte man sich vor jedem Bootstrip zumindest einige Grundlagen rund um das Thema Sicherheit auf See aneignen, damit ein entspannter Bootsausflug am Ende nicht zur medizinischen Belastungsprobe für alle Beteiligten wird.

Was sind die häufigsten Krankheitsbilder auf See?

Das mit Abstand am häufigsten auftretende Problem auf hoher See ist die allseits bekannte Seekrankheit, hervorgerufen vom vegetativen Nervensystem. Zum klassischen Krankheitsbild zählen neben Übelkeit, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl auch Konzentrationsschwäche und Blässe. Ob und wie stark sich die jeweiligen Symptome äußern, kommt natürlich auf die physische und psychische Belastbarkeit des Einzelnen an. Schlechtes Wetter und starker Seegang spielen natürlich ebenfalls eine entscheidende Rolle.

Wer sich an Bord von der Seekrankheit betroffen fühlt,Sicherheit-auf-See-beim-Segeln
der kann sich an folgenden Tipps orientieren:

  • Atmung kontrollieren, langsam und tief einatmen
  • Körperliche Anstrengungen vermeiden, jedoch aktiv bleiben
  • Auf Deck bleiben, freie Sicht in die Ferne suchen. Nicht längere Zeit unter Deck aufhalten!
  • Keine schwere Kost zu sich nehmen, leichte Nahrung bevorzugen
  • Ablenkung / nach Möglichkeit nicht an die Seekrankheit denken
  • Nicht lesen oder anderweitig die Augen fixieren
  • Sich bestmöglich an den Wellengang gewöhnen
  • Schadstoffe wie Nikotin oder Alkohol vermeiden

Aufgrund der für gewöhnlich sehr exponierten Lage auf See sind auch Hitzschläge während einer Bootstour keine Seltenheit, vor allem wenn das Sonnenbaden an Deck zu lange ohne ausreichend Flüssigkeitszufuhr betrieben wird. Ähnlich wie bei der Seekrankheit äußert sich ein Hitzschlag häufig durch eine konstante Übelkeit sowie mäßige bis starke Kopfschmerzen. Hinzu kommen eine stark gerötete und häufig ausgetrocknete Haut.

Hinsichtlich der Sicherheit auf See ist es aber auch wichtig zu wissen, dass auch eine Bewusstlosigkeit der betroffenen Person in Extremsituationen nicht ausgeschlossen werden kann.

Sollte der Patient ansprechbar sein, sind folgende Maßnahmen empfehlenswert:

  • Möglichst schattigen, kühlen Platz aufsuchen (ggf. unter Deck)
  • Beengte Kleidung öffnen, um Körperwärme besser abzuführen
  • Gegebenenfalls Hochlagern der Beine zur Stabilisierung des Kreislaufs
  • Weitere großflächige Kühlungen vermeiden (auf keinen Fall eiskaltes Wasser!), da es hierbei schnell zur Unterkühlung und im schlimmsten Fall zum Kreislaufschock kommen kann

Bei Bewusstlosigkeit des Patienten sind zudem auf jedem Fall ein Arzt zu kontaktieren sowie der schnellste Weg zur Weiterversorgung an Land aufzusuchen.

Parallel zum Hitzschlag kann es vor allem in nass-kalter Umgebung auf See schnell zur Gefahr einer Unterkühlung kommen. Eine Unterkühlung liegt vor, wenn die Köpertemperatur unterhalb von 36°C liegt. Der wichtigste Teil der Erstversorgung besteht somit darin, die betroffene Person an einen trockenen und möglichst warmen Ort zu bringen.

Da sich der menschliche Körper im Falle einer Unterkühlung zunächst auf die Aufrechterhaltung seiner lebenswichtigen Organe beschränkt, sollte sich die betroffene Person in keinem Fall weiter bewegen, um einen zusätzlichen Energieverlust zu vermeiden. Im Weiteren sollten folgende Schritte eingehalten werden:

  • Nasse Kleidung des Patienten vorsichtig ausziehen
  • Warme Decken oder ähnliches um den Patienten legen, um die Körpertemperatur zu stabilisieren
  • Patienten auf keinen Fall trockenreiben oder massieren
  • Warme, nicht-alkoholische Getränke verabreichen (keine zu heißen Getränke, da der Körper sonst wiederum Energie für den Temperaturausgleich benötigt!)
  • Patienten durch kontinuierliches Zureden wachhalten, Einschlafen auf jedem Fall vermeiden!

Sicherheit auf See im Falle von Verletzungen

Neben den verschiedenen Krankheitsbildern auf See sind auch Verletzungen in Kombination mit Blutungen ein ernstzunehmendes Problem. Grundsätzlich verlaufen derartige Unfälle in der Regel genau wie an Land, dennoch ist eine notärztliche Erstversorgung oft viele Seemeilen entfernt. Daher dauert es naturgemäß deutlich länger, bis professionelle Hilfe gewährleistet werden kann.

Sicherheit auf See bedeutet auch das Absichern gegen StürzeVerletzungen wie Schnitt-, Riss- oder Stichwunden machen fast ein Drittel aller Notfälle an Bord aus. Hinzu kommen lokale Verbrennungen, bspw. infolge eines schnellen, unkontrollierten Abrutschens von Leinen durch die Handflächen.

Um eine größtmögliche Sicherheit auf See zu gewährleisten, ist es enorm wichtig, mehrere Tage auf sich allein gestellt mit Verletzungen aller Art zu Recht zu kommen. Gerade blutende Wunden können infolge einer unzureichenden Behandlung schnell zur ernsthaften Gefahr werden, wenn es aufgrund von Verschmutzungen zu einer Infektion der Wunde kommt.

Zu den eher selteneren, aber durchaus realistischen Situationen müssen auch lebensbedrohliche Verletzungen wie starke Blutungen nach Stürzen o.ä. gezählt werden. Ein blutstillendes Mittel wie z.B. StarSil Xtreme ermöglicht die Behandlung starker Blutungen nach Unfällen auf See, bei denen eine notärztliche Erstversorgung viele Stunden entfernt ist.

Wer sich für einen Bootstrip auf das offene Meer wagt, der sollte sich die Telefonnummer +49 421 536870 in sein Mobiltelefon einspeichern. Hierbei handelt es sich um die offizielle Notrufnummer für Seenotfälle.

Die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchungen veröffentlicht übrigens jährlich einen Untersuchungsbericht zu Unfällen auf See in weltweiten Gewässern. Weitere Informationen zur Sicherheit auf See gibt es unter http://www.bsu-bund.de/.

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