Außenlandung beim Segelfliegen – Was tun?

Wer sich beim Fliegen schon mal mit der Situation einer notwendigen Außenlandung oder gar mit einem Fallschirmabsprung beschäftigen musste, der weiß, welche wichtige Rolle die gerade vorherrschenden Örtlichkeiten in dieser Notfallsituation spielen. Außenlandungen sind heute meist nichts Spektakuläres und für Segelflieger ein relativ gut kalkulierbares Risiko. Meist handelt es sich dabei um eine sog. Sicherheitsaußenlandung. Gerade aber beim Fliegen über spärlich besiedeltem Gebiet wie z. B. den Alpen, ausgedehnten Waldgebieten oder schroffen Geländestrukturen sollte auch die Vorsorge für eine Notlandung nicht unbeachtet bleiben. Das gilt sowohl für die Segelfliegerei als auch für die Motorfliegerei oder Ultraleichtfluggeräte.

Da beim Fliegen das Gewicht immer eine besondere Rolle spielt, sollte auch die Notfallausrüstung besonders leicht, aber nicht uneffektiv sein. Hat man die Notsituation fliegerisch oder gar durch Absprung gemeistert, wird es in erster Linie darum gehen, sich im unwegsamen Gelände  überhaupt bemerkbar zu machen. Dazu ist das Mitführen eines Signalspiegels, einer Trillerpfeife oder wasserfesten Streichhölzer bereits eine einfache Lösung, um die Aufmerksamkeit der Rettungsmannschaften auf sich zu lenken. Eine kleine Taschenlampe dient nicht nur der Ortung des Piloten sondern auch der eigenen Orientierung im Gelände. Das Tragen eines festen Schuhwerkes während des Fliegens erhöht die Chancen, sich später im Gelände sicher fortbewegen zu können. Oftmals lassen aber widrige Wetterbedingungen eine schnelle Hilfe nicht zu, selbst wenn die Ortung durch Notruf  des Piloten oder anderer Systeme z.B. ELT (emergency locator transmitter) bereits erfolgt ist. Daher sollte auch die Ausrüstung für die erste Hilfe stets auf Funktionalität und Effektivität überprüft werden. Gehen Sie davon aus, dass es bei einer Außenlandung überlebenswichtig sein kann, eine gewisse Zeit auf sich selbst gestellt auch schwerwiegende Verletzungen zu überstehen, bis Hilfe eintreffen kann. So sollte neben einer Foliendecke gegen Unterkühlung auch Verbands- und Kompressionsmaterial greifbar sein, deren Verwendbarkeit auch noch gewährleistet ist, wenn nur noch eingeschränkte Beweglichkeit gegeben ist. Ebenso sind  starke Schmerzmittel ein wichtiges Utensil, um sich selbst oder einen  Verletzten bei Bewusstsein zu halten. Stellt sich nur die Frage, wie und wo man all diese Ausrüstungsgegenstände während eines Fluges unterbringen soll. Schließlich nützt eine Erste Hilfe Ausrüstung nichts, wenn sie nicht greifbarer Nähe ist.

Gut gerüstet für die Außenlandung

Ein geeigneter Platz innerhalb des Flugzeuges findet sich für derartige Ausrüstungen in den meisten Fällen. Es bietet sich aber auch an eine kleine Tasche am Gurtzeug des Fallschirms an oder aber auch eine kleine Tasche, die man direkt am Körper tragen kann. Lösungen hierfür findet man inzwischen bei diversen Ausrüstern. Wichtig ist, dass man sich mögliche Gefahren stets vergegenwärtigt und eine entsprechende Vorsorge trifft. Die Erfahrung zeigt, dass den Flugvorbereitungen zwar die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird, die Möglichkeit einer Notsituation in der Flugvorbereitung jedoch oftmals ausgeblendet wird. Auch wenn das Fliegen für sich genommen eine zwar risikobehaftete, aber dennoch sichere Angelegenheit ist, ist nicht nur „Geschwindigkeit das halbe Leben“, sondern das richtige Verhalten bei einer Außenlandung zu meist genauso relevant, vor allem wenn es mit der Geschwindigkeit mal nicht so gut bestellt sein sollte.

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