Gefahrenpotential im Job – Die risikoreichsten Arbeitsplätze der Welt

Ein Blick in die Zahlen des statistischen Bundesamts zeigt, dass die Entwicklung der Arbeits- und Wegeunfälle seit den letzten 20 Jahren stark rückläufig ist. Erhöhte Sicherheitsstandards im Bereich des Arbeitsschutzes haben maßgeblich zu dieser Entwicklung beigetragen. Dies ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass eine es sowohl hierzulande als auch im Ausland eine Vielzahl von Berufen gibt, die nach wie vor mit einem sehr hohen Gefahrenpotential verbunden sind. Darunter befinden neben ungewöhnlichen Berufen auch ganz gewöhnlich erscheinende Handwerksberufe des alltäglichen Lebens. Einige dieser Tätigkeiten stellen wir im Folgenden vor.

Diese 10 Berufe bieten ein erhöhtes Gefahrenpotential:

Platz 10: Dachdecker

Der Beruf des Dachdeckers ist weitaus gefährlicher, als man es sich auf den ersten Blick vorstellen mag. Starker Wind oder rutschige Oberflächen auf Hausdächern sind häufig die Ursache für gravierende Folgen. Dazu kommt, dass Dachdecker nicht selten ohne jede Sicherung auf Hausdächern unterwegs sind. Tatsächlich können knapp vier Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle auf Arbeiten beim Dachdecken zurückgeführt werden.

Auch generell sind Stürze aus großer Höhe die häufigste Todesursache während der Arbeitszeit. Knapp ein Drittel aller tödlichen Arbeitsunfälle werden hierdurch verursacht. Neben Hausdächern sind auch hohe Fahrzeuge oder Leitern prädestiniert für Arbeitsunfälle dieser Art.

Platz 9: Feuerwehrmann

Egal ob brennende Dachstühle oder großflächige Waldbrände. Einsatzkräfte der Feuerwehr gelangen im Ernstfall immer wieder an Ihr psychisches und physisches Limit. Trotz aller Routine sind auch starke Brandverletzungen dabei leider immer wieder an der Tagesordnung.

Nicht jedes Mal muss dies im Rahmen eines Einsatzes geschehen. Auch regelmäßige Übungen der Feuerwehr können schnell außer Kontrolle geraten, wie ein Fall aus dem Landkreis Würzburg im Sommer 2015 zeigte. Bei der Verpuffung einer speziellen Flüssigkeit wurden vier Personen teilweise schwer verletzt. Der Verursacher des Unfalls zog sich dabei selbst mehrere Verbrennungen am Körper und im Gesicht zu.

Platz 8: Auslandskorrespondent

Auch augenscheinlich weniger risikoreiche Berufe haben einige Menschen bereits mit ihrem Leben bezahlt. Viele Journalisten gehören zu dieser Risikogruppe, vor allem wenn sie als Auslandskorrespondenten in Ländern tätig sind, in denen eine freie Meinungsäußerung nicht gerne gesehen ist. Aber auch die Berichterstattung aus Bürgerkriegsregionen wie dem nordsyrischen Aleppo fordert immer wieder Todesopfer auf Seiten der Medien. So kamen im Jahr 2012 alleine mindestens 36 Mitarbeiter aus TV, Rundfunk und Zeitung  auf diese Weise ums Leben. Insgesamt starben im selben Jahr knapp 140 Journalisten in verschiedenen Ländern während ihrer Arbeit. Selten geschieht dies zufällig – auch das gezielte Umbringen ausländischer Berichterstatter wird immer wieder beobachtet.

Platz 7: Holzfäller

Der Beruf des Holzfällers zählt aus verschiedenen Gründen zu einem der gefährlichsten Betätigungsfelder der Welt. Zum einen ist die Gefahr schwerer Verletzungen wie Schnitt- oder Risswunden durch herabfallende Äste enorm groß. Auch Stürze aus großer Höhe sowie unerwartet umstürzende Bäume bergen große Gefahren. Zum anderen ist die Arbeit mit der Kettensäge trotz Handschuhen und Sicherheitshosen extrem gefährlich.

Hinzu kommt, dass das oftmals unwegsame Gelände die Bergung von schwer verletzten Personen zusätzlich erschwert. Erste Hilfe Maßnahmen wie eine sichere Blutstillung oder das richtige Vorgehen bei Quetschungen oder Brüchen ist daher für Holzfäller von sehr großer Bedeutung. Ein entsprechendes Notfallequipment ist damit unverzichtbar, um die medizinische Versorgung bis zum Eintreffen des Notarztes zu gewährleisten.

Platz 6: Bergarbeiter

Schwere Verletzungen bei Arbeitsunfällen sind in fernen Ländern hin und wieder wahrscheinlicher als hierzulande. Hierzu zählt definitiv auch die Tätigkeit des Bergarbeiters. Während in Deutschland auf diesem Gebiet bereits sehr viel für die Arbeitssicherheit getan wird, lebt es sich als Bergmann in China um ein Vielfaches gefährlicher. Von den mehr als 10.000 Kohleminen des Landes gelten viele als extrem unsicher. Auch wenn die offiziellen Statistiken inzwischen einen deutlichen Rückgang der Todesfälle ausweisen, wird deren Glaubwürdigkeit doch stark angezweifelt – unabhängig davon, dass selbst die offiziellen Todesmeldungen die der anderen Länder noch etwa um ein Zehnfaches übersteigen. Mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen, schlechtes Equipment und unzureichende Kontrollen bergen dabei das höchste Gefahrenpotential.

Platz 5: Metall- und Maschinenbauer

Wer sich in Deutschland für den Beruf des Metall- oder Maschinenbauers entscheidet, muss zumindest aus statistischer Sicht ein erhöhtes Verletzungsrisiko während der Arbeitszeit in Kauf nehmen. Knapp ein Fünftel aller tödlich endenden Arbeitsunfälle geschehen derzeit im Metall- und Maschinengewerbe.

Das Gefahrenpotential liegt dabei an den verschiedensten Stellen: umherfliegende Teile durch zerbrochene Scheiben, starker Funkenflug oder schwere Blutungen durch Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Vorkommnissen. Zur Vermeidung von derartigen Unfällen am Arbeitsplatz hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin vor einigen Jahren sogar einen etwa 60-seitigen Leitfaden zur Vermeidung von Unfällen „durch Stolpern, Umknicken und Fehltreten“ veröffentlicht. Neben der korrekten Sicherheits- und Gefahrenkennzeichnung werden darin sogar Ansätze aus biomechanischen Bewegungsabläufen thematisiert.

Platz 4: Bauarbeiter

Zu einem der risikoreichsten Berufe in Deutschland zählt ohne jeden Zweifel die Arbeit des Bauarbeiters. Sowohl im Bauhauptgewerbe als auch in der Bauaushilfe sterben insgesamt fast ein Drittel aller Beschäftigten durch Unfälle am Arbeitsplatz. Hinzu kommt eine Vielzahl an schweren Verwundungen durch Arbeitsgeräte oder fahrlässiges Handeln.

Besonders risikobehaftet ist dabei die Arbeit des Bauarbeiters im Straßenbau. Vor allem auf Autobahnbaustellen kommt es immer wieder zu schweren Unfällen mit LKWs und rücksichtslosen Rasern. Vor allem während der nächtlichen Instandsetzungsarbeiten ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls besonders hoch. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks ist das Todesrisiko im Straßenbau tatsächlich 13 Mal so hoch wie in anderen Berufen.

Platz 3: Hochseefischer

Zu den eher ungewöhnlichen, aber doch sehr risikobehafteten Berufen die Arbeit des Hochseefischers. In kaum einem anderen Berufsfeld ist man den Naturgewalten so stark ausgeliefert wie dem auf hoher See. Der Wetterbericht ist dabei zwar ein wichtiger Indikator für die Männer auf See, jedoch sind hohe Wellen und Sturmböen während der täglichen Arbeit keine Seltenheit. Mehrere hundert Kilo Fisch gilt es dabei auf dem feuchten, rutschigen Deck des Schiffes einzuholen, ohne dabei die Balance zu verlieren oder sich gar schwer zu verletzen – das Gefahrenpotential ist entsprechend hoch.

Aber nicht nur chaotische Wetterbedingungen und Eigenverschulden zählen zu den Risiken der Hochseefischer. Vor allem in südpazifischen Gefilden führt ein erbitterter Konkurrenzkampf nicht selten zu bewaffneten Übergriffen und Morden zwischen den Fischern.

Platz 2: Sprengmeister

Das kontrollierte Entschärfen von Sprengsätzen geht naturgemäß mit einem extrem hohen Risiko für Leib und Leben einher. Läuft bei der Entschärfung etwas nicht nach Plan und kommt es hierdurch zur Detonation, sind die Überlebenschancen für den Sprengmeister extrem gering. Wie aktuell und gleichzeitig wichtig die Arbeit dieser Experten ist, zeigen immer wieder Funde von Sprengkörpern aus dem Zweiten Weltkrieg wie beispielsweise den der Fliegerbombe in Unterföhring bei München im Juli 2014. Während das Gefahrenpotential in diesem Fall aufgrund eines mechanischen Aufschlagszünders vergleichsweise gering war, starben im Jahr 2003 zwei Sprengmeister in Salzburg bei der Entschärfung einer US-Fliegerbombe, die mit einem extrem gefährlichen, chemischen Langzeitzünder versehen war.

Platz 1: Polizeibeamter in Mexiko

Der Beruf des Polizeibeamten mag hierzulande auch weniger aufregende Tätigkeiten mit sich bringen – in Mexiko zählt er zu den gefährlichsten Berufen der Welt.

Hauptursache ist der gemeinhin bekannte Krieg der verschiedenen Drogenkartelle im gesamten Land. Gemeinsam mit dem Militär riskieren derzeit über 30.000 Bundespolizisten ihr Leben bei der Bekämpfung dieser kriminellen Strukturen. Zu den prominentesten Todesfällen zählt dabei die Ermordung der Polizeichefin Hermila García Baeza, welche im Jahr 2010 nur einen Monat nach ihrem Amtsantritt im Norden des Landes erschossen wurde. Der niedrige Lohn und die teilweise schlechte Ausbildung der Beamten machen diese jedoch auch selbst anfällig für Bestechlichkeit und Kooperation mit den Kartellen, was das Gefahrenpotential ihres Jobs zusätzlich erhöht.

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