Flüchtlinge im Straßenverkehr – Neue App soll für mehr Sicherheit sorgen

Wer sich als Berufspendler regelmäßig auf deutschen Straßen bewegt, der ist mit den alltäglichen Herausforderungen unseres Verkehrsaufkommens inzwischen wohl bestens vertraut. Wer sich hingegen als einer der vielen Asylsuchenden aus Afghanistan, Syrien oder Eritrea erstmals in unserem Straßenverkehr zurechtfinden muss, der stößt mitunter schnell an seine Grenzen.

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) ist sich dieser Problematik bewusst und hat in Kooperation mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) nun eine App namens „German Road Safety“ für das Smartphone entwickelt, die Flüchtlingen das Zurechtfinden auf deutschen Straßen erleichtern soll – egal ob als Fußgänger, Radfahrer oder Nutzer von öffentlichen Verkehrsmitteln. Konkret heißt dies, dass Asylsuchende mit Hilfe der App sowohl grundlegende Regeln im Straßenverkehr als auch wichtige Verkehrszeichen erlernen können und damit sich damit besser auf typische Situationen auf Straßen, Fuß- oder Radwegen vorbereiten können. Auch wichtige Grundlagen zum öffentlichen Nahverkehr werden thematisiert, beispielsweise die Kennzeichnung von U-Bahn-Stationen oder die Benutzung von Ticketautomaten. Zudem werden alle in Deutschland gängigen Notrufnummern vorgestellt, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein und schnelle Hilfe leisten zu können. Viele übersichtliche Videoanimationen sowie ein Quiz zum Testen des eigenen Wissens sind ebenfalls im Umfang der Software enthalten.

Insgesamt gliedert sich das Angebot in die vier Themenbereiche „Nahverkehr nutzen“, „Zu Fuß“, „Mit dem Fahrrad“ und „Auto und Motorrad“. Sobald die App auf dem Smartphone installiert ist, sind die entsprechenden Inhalte jederzeit offline abrufbar. Das Ganze ist natürlich kostenlos und kann sowohl in deutscher Sprache als auch in Englisch und Arabisch heruntergeladen werden.

Mobilität für Flüchtlinge nicht selbstverständlich

Gerade in unserer schnelllebigen (westlichen) Welt zählt MFlüchtlinge auf Fahrradobilität zu den zentralen Elementen von gelungener Integration. Dies zu erlernen ist für viele Flüchtlinge übrigens schon aus soziokulturellen Gründen häufig leichter gesagt als getan. Vor allem in arabischen Ländern wird das Fahrrad oft als ein Fortbewegungsmittel der armen Bevölkerung angesehen; vielen Frauen ist das Radfahren sogar komplett verboten. Auch das bei uns so selbstverständliche Netz an Bussen, S-Bahnen und Zügen ist in vielen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens eher die Ausnahme. Da sich zudem nicht jeder ein eigenes Auto leisten kann, bleibt oft nur der Weg zu Fuß oder die Nutzung von Sammeltaxis. All dies führt dazu, dass Asylsuchende in Deutschland viele Dinge erst von Grund auf erlernen müssen.

Natürlich leisten regionale Polizeibehörden als auch viele ehrenamtliche Helfer bereits seit einigen Jahren wertvolle Arbeit im Bereich der Verkehrserziehung von Asylsuchenden. Vor allem Fahrradfahren erfreut sich bei vielen neu dazugekommenen Menschen großer Beliebtheit. Eine App wie „German Road Safety“ kann hierbei mit Sicherheit einen guten Beitrag leisten, die Straßen für alle Beteiligten ein ganzes Stück sicherer zu machen.

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