Sicher auf der Jagd – der Verband für Jagdmedizin e.V. aus Marburg

Beschäftigt man sich mit den Aufgaben eines Jägers einmal über die Grenzen gängiger Klischees hinaus, so stößt man schnell auf viele interessante Teilbereiche dieses Berufstandes. Grundsätzlich zählte das Jagen schon immer zu einem der ältesten Handwerke in Deutschland. Hierzulande gibt es laut Deutschem Jagdverband derzeit etwas mehr als 350.000 Jäger. Dies ist zwar immer noch weniger als die Hälfte im Vergleich zu Italien und sogar weniger als ein Drittel gegenüber unseren französischen Nachbarn, dennoch beginnen jedes Jahr in Deutschland etwa 25 Menschen eine Ausbildung zum Berufsjäger.

Entsprechend wichtig ist dabei nicht nur eine fachliche Qualifikation, sondern auch ein möglichst fundiertes Wissen in Bezug auf die medizinischen Grundlagen dieses Fachs. Zu diesem Zweck wurde im November 2013 der Deutsche Verband für Jagdmedizin e.V. gegründet. Der in Marburg an der Lahn ansässige, medizinische Verband macht es sich zur Aufgabe, das Thema Jagdmedizin erstmals auf wissenschaftlicher Basis aufzugreifen und eine entsprechende umfassende Aufklärungsarbeit in diesem Bereich zu betreiben. Vorsitzender des Verbandes Dr. Dr. Frank-Hendric Kretschmer, der nicht nur als Facharzt für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie tätig ist, sondern über eine Zusatzausbildung in Berg- und Höhenmedizin verfügt. Zentrale Aufgabe ist die jagdmedizinische Beratung und Betreuung von Jägern in allen Belangen. Wärme- und Kälteschäden des menschlichen Organismus sind dabei also genauso relevant wie Impfungen oder ernährungsphysiologische Aspekte.

Kretschmer Jagdmedizin

Natürlich ist eine derart umfassende Beratung auch immer mit einem entsprechenden Forschungsaufwand verbunden. Wissenschaftliche Studien zum Thema Jagdmedizin werden daher gerne vom Verband unterstützt. Zudem findet bereits heute die Veröffentlichung wissenschaftlicher Jahrbücher rund um das Thema Jagdmedizin statt.

Doch wie sieht es aus mit medizinischen Notfällen während der Jagd (wie z.B. stark blutenden Wunden)? Generell wird in Deutschland dieser Thematik natürlich bereits präventiv begegnet. Ein regelmäßiges Schießtraining zur Unfallvergütung gehört heute zur  uneingeschränkten Verantwortung jedes Berufsjägers, wie Bernd Bahr, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Berufsjäger, erklärt. Eine Jagdhaftpflichtversicherung ist ohnehin Pflicht für Jeden, der in Deutschland als Jäger tätig ist. Der Verband für Jagdmedizin e.V. geht hier jedoch noch ein ganzes Stück weiter und bietet z.B. auch spezielle Kurse an, welche die Beherrschung medizinischer und zahnmedizinscher Notfallsituationen in extremen Jagdsituationen thematisieren. Auch medizinische Kriterien und Grundlagen zu Schussverletzungen stehen auf der Agenda. In diesem Zusammenhang werden durch Frank-Hendric Kretschmer und Co. deutschlandweite Register geführt, die u.a. sowohl Schussverletzungen als auch Verwundungen durch Bisse oder andere Formen von Angriffen durch Wildtiere oder auch Jagdhunde erfassen und wissenschaftlich auswerten.

Jagdmedizin NotfallLangfristig plant der Verein den Aufbau eines jagdmedizinischen Netzwerkes, für das heute bereits internationale Kongresse für die Jagdmedizin wie auch spezielle, themenbezogene Seminare angeboten werden. Mitmachen kann dabei theoretisch jeder. Ein Medizinstudium oder gar eine Approbation ist nicht zwingend erforderlich, wobei der medizinische Aspekt des Verbandes natürlich dennoch im Vordergrund steht. Für junge Interessenten bietet der Verein zudem einen Studentenrabatt und auch Jäger mit medizinischem Interesse sind willkommen, sich im Rahmen einer Mitgliedschaft einzubringen. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich der Verband für Jagdmedizin in den kommenden Jahren entwickelt. Eine sinnvolle Sache scheint es für sowohl Anfänger als auch Profis auf jeden Fall zu sein.

Mehr zum Verband finden Sie unter: http://www.jagdmedizin.de/.

Für Infos zur sicheren Behandlung stark blutender Wunden während der Jagd besuchen Sie uns unter: www.musthave-medical.com/blutstillung-bei-menschen.

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